Handyroman? Was zum Geier ist das?

4. Mai 2012
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Vor einiger Zeit stolperte ich bei Twitter über den Benutzer @mein_handyroman. Von Handyromanen hatte ich bisher kaum gehört – vor zwei oder drei Jahren gab es die Meldung über einen jungen Engländer, der auf dem Weg zur Arbeit sein Buch in Form von SMS getippt hatte. Kurz gestotterte 160-Zeichen Sätze als neue Literatur? Nein danke, dachte ich mir damals, klickte aber trotzdem auf das Twitterprofil. Und siehe da: hinter @mein_handyroman steht Heike Fröhling – nett, freundlich und engagiert für Handyromane. Und in meiner gewohnt netten Art habe ich Sie mit Fragen gelöchert. Hier sind die Antworten:

 

Was genau ist ein Handyroman und was unterscheidet ihn vom normalen Roman?

Die Definition von „Handyroman“ ist nicht einheitlich. Manche sagen, er ist immer auf dem Handy für das Handy geschrieben wird dann als Premium-SMS versendet. Da eine SMS nur 160 Zeichen hat, wird das für den Empfänger teuer, wenn man von mehreren hundert SMS-Nachrichten ausgeht.
Oliver Bendel, der im deutschsprachigen Raum bekannteste Autor von Handyromanen, fasst den Begriff weiter. Für ihn spielt es keine Rolle, wo der Text entstanden ist. Mit seinen Lucy Luder- und Handygirl-Romanen schafft er etwas ganz Neues.
Oft kommt der Handyroman als Java-App daher, der auf das Handy geladen werden kann wie ein Spiel.
Von der Tradition her sehe ich den Handyroman in einer langen Reihe, die beginnt mit der Eisenbahnliteratur, Conversations- und Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts, gefolgt von den Heftromanen, die ihre absolute Blütezeit vor rund 100 Jahren hatten.
Der Handyroman als Heftroman im digitalen Zeitalter? So würde ich es überspitzt formulieren. Es ist eine Gattung, die aus Japan stammt, wo schon 2007 die Hälfte der Bestseller Handyromane waren. Der deutschsprachige Raum steht dort noch ganz am Anfang.

 

Was fasziniert dich an dieser Literaturform?

Was bringt es, einen Handyroman zu schreiben gegenüber anderen Literaturgattungen? Das hatte mich vor rund zwei Wochen eine Kollegin gefragt. Die Antwort ist, dass logisch betrachtet nichts dafür spricht.
Will ich berühmt werden? Dann wäre ein literarisches Werk die beste Chance, am besten gewinne ich noch Literaturpreise und am allerbesten nehme ich am Ingeborg-Bachmann-Preis teil.
Ich will Geld verdienen? Nie ist mir das so gut gelungen wie zu der Zeit, in der ich Heftromane und Texte für Zeitschriften geschrieben habe.
Eine große Auflage als Ziel? Da sind die großen Verlage mit ihren Neuerscheinungen und auch die Zeitschriften nicht zu übertreffen. Da ich bei einer renommierten Agentur unter Vertrag bin, könnte ich mich lohnenswerteren Projekten widmen ;-) . Es existieren keine Vertriebswege, keine Agentur und kein Verlag wird ein Handyroman annehmen. Und doch finde ich das Neue immer spannend. Ich experimentiere gerne, probiere aus, sehe, wohin mich das führt. Der Spaß beim Schreiben ist für mich der Hauptgrund. Und ich möchte eine neue literarische Form mitgestalten. „Literarische Form“ sage ich ganz bewusst und weiß, dass es für manche alles ist, nur keine Literatur ;-)

 

Was möchtest du mit deinem Portal mein-handyroman.de erreichen?

Ich möchte, dass die Texte den Weg zu den Lesern finden, gemischt mit der Absicht der Leseförderung. Kaum ein Medium eignet sich so gut, um Kinder und Jugendliche zu begeistern. Mit Schulklassen möchte ich Handyromane erstellen, was gerade für „lesefernen Schichten“ sehr interessant ist. Schon jetzt habe ich Kontakte zu Schulen geknüpft und bin nur auf Begeisterung gestoßen, von Lehrern und Schülern. Manche, die nie ein Buch in die Hand nehmen, können so einen barrierefreien Zugang zu spannenden Geschichten finden. Wenn ich es schaffe, eine Handvoll Jugendlicher zum Lesen zu bringen, die es vorher nicht getan haben, ist für mich das Ziel erreicht. Das Portal richtet sich in erster Linie an Schulen mit dem kostenlosen Workshopangebot, an Jugendliche ab 14 mit meinen Handyromanen und an junggebliebene Erwachsene.

Zu Heike Fröhling:

Heike Fröhling wurde 1971 in Unna geboren. Sie studierte Schulmusik, Germanistik und Musikwissenschaft. Nach einjähriger Tätigkeit im Schuldienst arbeitete sie als Referentin in der Hochbegabtenförderung und lebt nun mit ihrem Mann, drei Kindern und fünf Katzen als freischaffende Autorin in Koblenz und Wiesbaden. Mitgliedschaft im Verband Deutscher Schriftsteller, Zusammenarbeit mit der Buchplanung Meynecke. Im April 2012 startete sie das Projekt www.mein-handyroman.de

Bibliographie:

• „Blaues Integral”, Erzählung, Fölbach-Verlag 1999
• „Sei kein Frosch, Malte”, Jugendbuch, One Way Verlag 2001
• „Erdengesänge”, Roman, One Way Verlag, 2003

Außerdem: Publikation in unterschiedlichen Zeitschriften des Kelter-, Bauer- und Pabel-Moewig-Verlags, Veröffentlichung von Heftromanen (Reihen aus dem Bereich Liebe und Romantic-Thriller) 2009-2011

 

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Hoch intelligent, gutaussehend, humorvoll – gehören Sie dazu?

26. April 2012
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Hoch intelligent, gutaussehend, humorvoll – gehören Sie dazu?

Ich schreibe Bücher für hochintelligente, gut aussehende Menschen mit morbidem Sinn für Humor. Die sind ungefähr so häufig wie Schneebälle im Hochofen. Gehören Sie dazu? Machen Sie den Test!

(Vorwarnung: Sie gehören wahrscheinlich nicht meiner Zielgruppe. Bitte suchen Sie nach anderer Lektüre. Danke.)

Sie gehören dazu wenn:

  • Supermodels in ihrer Nähe Minderwertigkeitskomplexe bekommen
  • Ihr Verstand so scharf ist, dass Sie dafür einen Waffenschein benötigen
  • Pathologen blass werden, wenn Sie Witze erzählen.

Trifft einer dieser Punkte nicht auf Sie zu, lesen Sie Benjamin Blümchen.

Ansonsten sollten Sie diese Dame näher kennenlernen:

 

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Autoren Joint Venture – Gemeinsam zum Erfolg

13. April 2012
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Eine der wirkungsvollsten Buchmarketing-Maßnahmen, die ich bisher anwende, ist das Anhängen von Leseproben ans Ende meines eBooks. Ein Leser, der schon so weit gekommen ist, wird sich wohl für meinen Stil und meine Charaktere begeistern können – die ideale Situation, um ihm ein weiteres Buch vorzustellen.

Was hat das nun mit einem Autoren Joint-Venture zu tun? Ganz einfach: mit Leseproben meiner eigenen Bücher in meinen eigenen Büchern erreiche ich nur Leser, die mich bereits kennen – aber es wäre schön, wenn ich meine Werke auch Lesern vorstellen kann, die bis dahin noch nichts von mir gehört oder gelesen haben. Und sicher geht es anderen Autoren genauso.

Deshalb hier mein Vorschlag: wenn es vom Thema, Stil und Qualität zu meinen Büchern passt (einfach mal über die Kopfzeile in meine Bücher reinschauen), hänge ich die Leseprobe eines anderen Indie-Autoren an mein Buch an – und er/sie dafür meine Leseprobe an seins. Wer mitmachen will: einfach über das Kontaktformular oder per Kommentar melden – die genauen Details und die Tücken der Technik klären wir dann gemeinsam.

Ist das ein Deal?


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EPublisher – überflüssig oder unverzichtbar?

30. März 2012
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Mit seiner KDP-Plattform hat Amazon einen breiten, gut ausgebauten Weg geebnet, der vom Autor direkt zum Leser führt. Für Schriftsteller ist diese ungefilterte Verbindung ein Traum – noch dazu bekommt er 70% Honorar, muss sich nicht über eine endlose Reihe von Absagen ärgern, hat volles Mitbestimmungsrecht und kann seine Werke ohne lange Wartezeiten an die Öffentlichkeit bringen.

Warum sollte ich also auf diese Rechte verzichten und meine Bücher einem ePublisher anvertrauen, der – ich sage es mal provokant – nichts anderes machen kann, als ich auch? Und warum soll ich ihm dafür auch noch Geld beziehungsweise einen Teil meiner Honorare geben?

Darüber habe ich mit Thomas Hoffmann, Gründer von publi4all.de gesprochen. Mit publi4all berät Thomas Autoren bei der Planung und Vermarktung von eBooks. Als ePublisher verlegt er auch eBooks.

Hallo Thomas, für alle, die dich nicht kennen. Stell dich und deinen Werdegang doch einmal kurz vor.

In meiner Verlagslaufbahn habe ich Vieles kennen gelernt. Besonderen Spaß haben mir Lektorat sowie die Entwicklung und Vermarktung neuer Bücher und Zeitschriften gemacht. Auch Buchvertrieb und Anzeigenverkauf mochte ich sehr. Dabei kommt man so eng mit den Lesern in Berührung, wie nirgends.
Bis 2011 war ich bei Oldenbourg Industrieverlag unter anderem für einen kleinen und hochspezialisierten Special Interest Bereich mit Fachzeitschriften und Büchern verantwortlich. Was hat mich nun getrieben, publi4all zu gründen? Als erstes wollte ich vieles anders machen.
Mich hatte bei der Verlagsarbeit immer gestört, mit welcher Oberflächlichkeit die Arbeiten von Autoren abgelehnt wurden. Anders als über Empfehlungen war es schier nicht möglich, dass das Manuskript eines Autors ernsthaft geprüft wurde. Freilich gibt es auch wirtschaftliche Gründe dafür. Das klassische Verlagsgeschäft wird nicht erst seit 2009 immer schwieriger. Man geht immer seltener Risiken mit unbekannten Autoren ein.
Und dann kann ja das eBook viel günstiger hergestellt und viel schneller zum Leser gebracht werden. JEDER kann heute sein eBook veröffentlichen, weil die Einstiegshürden viel niedriger sind – du hast in deiner Einleitung auf die Möglichkeiten hingewiesen, die zum Beipiel kindle Direct Publishing bieten.

Jetzt gleich die Kernfrage: Was kann ein ePublisher einem Autoren bieten?

Das lässt sich einfach beantworten: ich biete dem Autor ein dickes Paket an Leistungen, die er sich als Indie-Autor zusammenkaufen oder zeitintensiv selber erledigen müsste.
Weil mich als unabhängiger Verleger kein Jahrzehnte alter Kostenblock belastet, biete ich meinen Autoren deutlich bessere Tantiemen, als sie das von anderen Verlagen kennen. Darüber hinaus erhalten sie von mir ein eingehende redaktionelle Beratung und ein solides, auch inhaltliches Lektorat kostenlos. Die Platzierung des eBooks auf verschiedenen Vertriebsplattformen sowie die komplette Herstellung erhalten meine Autoren ebenfalls ohne eigene Investition.
Vor allem, wenn es darum geht, eBooks über andere Plattformen als kdp zu vertreiben, haben Autoren mit Einzelwerken übrigens erhebliche Mühe.
Vor dem Schreiben und Veröffentlichen der eBooks entwickle ich gemeinsam mit den Autoren Ideen, wie das eBook später vermarktet werden kann. Aßerdem habe ich im Lauf der Jahre eine Art Frühwarnsystem entwickelt, mit dem ich sehr bald sagen kann, wo sprachlich und inhaltlich feinjustiert werden sollte.
Und schließlich koordiniere ich nach Erscheinen des eBooks die Vermarktung und übernehme wichtige Teile davon. Freilich heißt das nicht, dass ein erfolgreiches Buch ohne die Aktivitäten der „Marke“ Autor auskommen kann. Das haben gerade auch die Beispiele erfolgreicher Indie-Autoren wie Amanda Hocking oder John Locke gezeigt.

Was sollte ein Autor unbedingt beachten, der sein Buch zum Erfolg machen möchte – egal ob er sein Manuskript einem ePublisher anvertraut oder ein Selbermacher ist?

Ein Autor muss Geschichten erzählen, das vergessen viele. Die Geschichten müssen durch sich selbst leben, durch Bilder etwa, Gerüche und Gefühle erreicht man das Herz des Lesers. Die Devise ist außerdem: direkt und schnörkellos erzählen. Alles andere legen einem die Leser als Unsicherheit aus.

Bevor man zu schreiben beginnt, sollte man sich auch noch überlegen, wer denn die Geschichte lesen soll. Je genauer das Bild ist, das ein Autor von seinem Leser hat, umso besser wird er ihn begeistern.

Am wichtigsten ist für einen Autor, sicherzustellen, dass es tatsächlich Leser gibt, die das eBook interessiert. Das hört sich gewaltiger an, als es in Wirklichkeit ist. Wenn man das Manuskript oder Teile davon möglichst vielen Testlesern gibt und diese anschließend systematisch nach Gefallen, Story und Stil befragt, kommt man ganz schön weit.

Gibt es das “Rundum-Sorglos-Paket”, bei dem ein Autor sein Manuskript beim Verleger abgibt, sich dann zurücklehnt und nur noch auf die Tantiemen wartet? Oder anders gefragt: Welche Pflichten hat ein Autor, die ihm niemand abnehmen kann?

Wie immer im Leben gibt es auch für Autoren kein Rundum-Sorglos-Paket. Es fängt schon damit an, dass ein verantwortungsvoller Verleger in einem frühen Entwicklungsstadium Schwächen des Manuskripts oder der Story aufzeigt. Und das mag kein Autor besonders gerne, selbst wenn er Einwände akzeptiert.

Darüber hinaus denke ich, das Schreiben eines Buchs – und erst recht eines eBooks – ist wie eine Schwangerschaft. Man trägt sich lange mit dem Gedanken, dann trägt man es neun Monate aus und nach der irre anstrengenden Geburt ist man lange Zeit verpflichtet, es groß zu ziehen.

Warum also sollte man einen Verleger brauchen? Nach meiner Meinung sollte ein Autor seinen Verleger als Mentor, Hebamme und Wegbegleiter sehen. Die Partnerschaft zwischen Autor und Verleger ist eine lange Beziehung, die keineswegs immer harmonisch ist. Der Verleger gibt Impulse im Hintergrund, wechselt die Windeln des Babys, bringt es in den Kindergarten.

Aber das Buch ist das Kind des Autors. Gerade das eBook verlangt vom Autor, dass er es in sozialen Medien kommentiert, dass er präsent ist, das Buch und sich als Marke pflegt. Dies alles kann der Verleger mit dem Autor zusammen planen. Der Verleger sollte dabei auch das organisatorische Rückrat sein, indem er zum Beispiel Twitter-Kampagnen enttwickelt und umsetzt. Aber ohne „soziales Feedback“ des Autors ist sein Buch verloren.

Wir stehen ja mitten in einem gewaltigen Umbruch, was unsere Welt der Bücher angeht. Welches ist für dich die bedeutendste Änderung?

Mich beeindruckt, dass heute jeder jede Information in Sekundenschnelle haben kann – abhängig davon, wie intelligent er danach sucht. Das gilt für Informationen aus dem Internet ebenso, wie für eBooks. Wenn ich also mal schnell Thackereys Jahrmarkt der Eitelkeiten überqueren oder mich wie Robinson Crusoe fühlen will…

So wird der Zugang zu echter Bildung und großem Wissen immer selbstverständlicher und Jahrtausende alte Zensurmechanismen einer kulturellen Elite versagen. Das ist für mich der eigentliche Hammer!

Amazons KDP hat den Vorteil, dass jeder Autor dort alles veröffentlichen kann. Sie hat aber auch den Nachteil, dass jeder Autor dort alles veröffentlichen kann. Sollten ePublisher ebenfalls alles veröffentlichen – oder denkst du, eine Vorauswahl ist notwendig?

Ich habe dieses Problem eigentlich nicht. Denn ich entwickle gerne Stoffe mit den Autoren zusammen und habe oft überzeugende Argumente für meine Anregungen.

Ich komme stets mit Menschen in Kontakt, die ich mag. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendetwas an den Büchern dieser Menschen mag, ist mithin groß.

So fällt es mir leichter, Kritik zu üben und eine Art Nachsitzen einzufordern. Im Übrigen denke ich, dass jeder mit seinem eigenen Stil viele Menschen erreichen kann, die ähnlich wie er ticken. Das zeigen ja gerade die Erfolge der Indie-Autoren, die von den Gralshütern etablierter Verlagen abgelehnt, aber von vielen Lesern geliebt wurden.

Zum Abschluss: Wo können wir dich im Netz finden?

Unter www.publi4all.de. Ich twittere als eBooksThomas und bin derzeit bei Facebook und Google +. Viele Kontakte habe ich auch über XING geknüpft.

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